Analytische Bestandteile: was steckt dahinter?
Auf jeder Futterverpackung stehen gesetzlich vorgeschriebene "Analytische Bestandteile" – fünf Werte, die die grobe Nährstoffzusammensetzung beschreiben. Hier kurz erklärt, was sie bedeuten und welche Werte für Nass- bzw. Trockenfutter typisch sind.
Rohprotein
Der Eiweißgehalt des Futters. Protein liefert die Bausteine für Muskeln, Fell, Haut und viele Körperfunktionen. Wichtiger als die reine Prozentzahl ist die Quelle: Protein aus Muskelfleisch ist für den Hund besser verwertbar als Protein aus billigen Nebenerzeugnissen wie Federn oder Hornmaterial – zwei Futter mit gleichem Rohprotein-Wert können sich in der Qualität trotzdem deutlich unterscheiden.
Fettgehalt
Fett ist die konzentrierteste Energiequelle im Futter und liefert wichtige Fettsäuren für Haut und Fell. Zu wenig Fett kann bei aktiven Hunden zu Energiemangel führen, ein deutlich reduzierter Wert ist meist bewusst so gewählt (z.B. bei Diätfutter oder Erkrankungen wie Pankreatitis).
Rohfaser
Unverdauliche Pflanzenbestandteile, die die Darmtätigkeit unterstützen und für eine gesunde Verdauung wichtig sind. Zu viel Rohfaser kann allerdings die Aufnahme anderer Nährstoffe verschlechtern.
Rohasche
Der Mineralstoffgehalt des Futters (u.a. Kalzium, Phosphor). Ein sehr hoher Wert kann auf einen hohen Anteil an Knochen- oder Nebenerzeugnissen hindeuten, ist aber ohne weitere Angaben (z.B. Kalzium/Phosphor separat) allein nur ein grober Anhaltspunkt.
Feuchtigkeit
Der Wassergehalt des Futters. Nassfutter besteht naturgemäß zu einem Großteil aus Wasser, Trockenfutter fast gar nicht – deshalb sind die anderen Werte (Protein, Fett, ...) zwischen Nass- und Trockenfutter nur bedingt vergleichbar, ohne den Wassergehalt "herauszurechnen".
Wichtig zu wissen
Diese fünf Werte sind nur eine grobe Rohanalyse – sie sagen nichts darüber aus, aus welchen Zutaten sie stammen und wie gut der Hund sie tatsächlich verwerten kann. Ein Futter mit "typischem" Rohprotein-Wert kann trotzdem aus minderwertigen Quellen bestehen, während ein etwas abweichender Wert bei hochwertigen Zutaten unproblematisch sein kann. Aussagekräftiger sind deshalb Fleischanteil und Deklarationsgrad, die wir bei jedem Produkt im Marktvergleich mit angeben.
Richtwerte sind Anhaltspunkte aus mehreren Quellen, keine amtliche Norm – individueller Bedarf hängt von Alter, Rasse, Aktivität und Gesundheit des Hundes ab. Im Zweifel hilft eine tierärztliche oder ernährungsberaterliche Einschätzung im Einzelfall.